Vorbereitungswochen in Peel

Sechs Wochen Schleifen, Epoxidharz, Motorreparaturen und administrative Aufgaben - so viel Zeit brauchten wir, um Lagertha für fünf Monate auf See vorzubereiten. Ursprünglich geplant waren zwei Wochen. Aber zwischen einem korrodierten Wärmetauscher, einem neuen Windmesser, einem Ausflug nach Liverpool für die Rettungsinsel und mehr als ein paar Abenden, die uns daran erinnerten, warum wir diese Insel lieben, stellten sich diese sechs Wochen als genau das heraus, was wir brauchten.
Am 12. April zogen wir an Bord. Das Boot war noch lange nicht fertig - innen noch eine Baustelle. Wir räumten gerade genug Platz in der V-Koje frei, um zu schlafen, brachten unsere wichtigsten Dinge an Bord und begannen sofort mit der Arbeit. Die Nächte waren immer noch kalt, aber Lagertha hat eine Heizung und wir haben unsere vertraute, warme Daunendecke. Hoffentlich ist es das letzte Mal, dass wir sie für eine Weile brauchen.

Kombüse und Innenausbau
Andreas Vater Franky ist ein erfahrener Tischler und kam, um bei den Arbeiten an der Kombüse zu helfen. Neue Arbeitsplatte, veränderte Schubladen, ein funktionierender Kühlschrank - die Art von Arbeiten, die einfach klingen, bis man auf einem Steg bei Wind und Wetter Arbeitsplatten zuschneiden muss. Gutes Wetter ist nicht nur für die Moral wichtig, wenn das Cockpit die Werkstatt ist.
Für die Regentage widmeten wir uns den Arbeiten im Innenraum - Isolierung und Deckenverkleidung von der Seitenkoje bis zur Achterkabine und wir gaben der Achter-Nasszelle die lange überfällige und dringend benötigte Aufmerksamkeit. Sie hatte noch ihren ursprünglichen 80er-Jahre-Schick - und das ist kein Kompliment.
Die Ergebnisse waren den Schweiß und Staub wert. Neue Deckenverkleidung, frische Verkleidung in den Nasszellen, eine Kombüse, die tatsächlich zum Kochen auf See geeignet ist, ein funktionierender Kühlschrank und eine fertige Achterkabine - wir können es kaum erwarten, sie zu nutzen.
Motor und Elektronik
Der Motor war als Nächstes dran. Adam, unser liebgewordener Mechaniker und Motorflüsterer, kam zur Rettung. Zuerst wurde eine größere Lichtmaschine eingebaut. Die größere Lichtmaschine war nicht einfach nur ein Upgrade. Für fünf Monate unterwegs bedeutet sie mehr Unabhängigkeit und weniger Sorgen um die Stromversorgung.
Bei der Wartung des Wärmetauschers stellten wir jedoch Korrosion fest - das musste in Angriff genommen werden und konnte nicht warten. Vor- und Nachteile einer Aufbereitung gegenüber einem Austausch wurden abgewogen - mit knirschenden Zähnen haben wir uns dann für einen Austausch entschieden. Glücklicherweise war das richtige Ersatzteil bei unserem lokalen Marinehändler Bottomline auf Lager - schon beinahe unheimlich - fast als hätte es auf uns gewartet.
Was Adam anpackt, macht er akribisch zu Ende - es folgten noch neue Einspritzdüsen, frisches Getriebe- und Motoröl, und nach dem ganzen Drama mit dem Wärmetauscher, wurde das gesamte Kühlssystem noch gespült und neu befüllt.

Adam schlug auch vor, einen Sensor für die Abgastemperatur zu installieren - ein Frühwarnsystem für Motorprobleme. Rob konnte natürlich nicht widerstehen, den neuen Sensor direkt in unser Bordnetz einzubinden. Jetzt landen sämtliche Motordaten auf dem Plotter (dank Analog-zu-Digital-Wandler und N2K-Bus).

Mast und Deck
Apropos Rob, in luftigen Höhen - er musste auch den 18-Meter-Mast besteigen, um den Windmesser zu reparieren. Das Maretron-Ultraschallgerät hat nur Probleme gemacht und wir hatten es zuvor bereits zweimal ersetzt. Dieses Mal installierte er stattdessen einen Ultraschall-Windmesser von Calypso, und auf Holz geklopft, es funktioniert seitdem alles einwandfrei.
Eine Luke und ein Bullauge wurden ebenfalls ausgetauscht - beide waren ziemlich undicht. Und es fielen noch hundert andere kleine Arbeiten an, die einfach mit der Vorbereitung eines langen Segeltörns verbunden sind.
Sicherheit und die "Inselsteuer"
Unsere Rettungswesten wurden von der Wartung zurückgebracht, alle mit "Lagertha" gekennzeichnet und bereit für die Reise - wir konnten sie, unter der Aufsicht von Kapitän Kuba im Yachtclub, selbst warten. Die Rettungsinsel war eine andere Sache. Wir mussten noch einen Ausflug nach Liverpool einplanen, um sie dort warten zu lassen. Einige Dinge sind nicht einfach, wenn man auf einer Insel lebt.
Auch die 90 Meter Ankerkette wurde überprüft und neu vermessen. Wenn man mal in der Nacht bei Wind und Wetter ankern muss, schläft es sich besser, wenn man weiß, dass die Kette in Ordnung ist.
Das Leben jenseits des Bootes
Und es war nicht nur das Boot, das repariert werden musste. Andreas Krankenschwestern in der Brustkrebs-Klinik ermöglichten ihr, die jährliche Nachsorgeuntersuchung noch vor unserer Abreise wahrzunehmen. Die Praxis in Ramsey stellte die benötigten Medikamente für die gesamte Reisezeit bereit.
Wenn man eine lebensverändernde Krankheit überstanden hat und für einen längeren Zeitraum wegfährt, gibt es zusätzliche Planung, die nicht direkt auf der Packliste steht.
Sechs Wochen. Nicht die zwei, die wir uns vorgestellt hatten. Aber so hatten auch unsere Freunde Steve und Elaine - die noch im Urlaub waren - eine Chance, Lagertha noch vor unserer Abfahrt vollständig vorbereitet zu sehen.
Das Leben zwischen dem Schleifen
Man kann nicht jeden Tag schleifen. Abschiedsbrunch im WineDown in Douglas - Busfahrten, die sich zu richtigen Tagesausflügen mit Freunden entwickelten. Wanderungen auf Peel Hill mit blühendem Ginster. Goldene Sonnenuntergänge hinter Peel Castle. Viele Drinks und Pizzen im Black Dog und im Creek.
Und das, worauf wir den ganzen Frühling hingefiebert hatten - Oie Voaldyn, Peels jährliches Maifest, das in dem alten keltischen Fest von Beltane verwurzelt ist. Eine Fackelprozession windet sich von Peel Hill zum Strand, wo die Kräfte von Sommer und Winter für den Kampf aufeinandertreffen.
Der Sommer gewinnt, die Sonne wird übergeben, die Lagerfeuer werden entzündet und Äste verschiedener Bäume werden verbrannt, um das Ende der Dunkelheit zu markieren. Feuertänzer und -spinner erleuchteten die Nacht, ein Chor sang keltische Lieder bei den Flammen, und dieses Jahr kam die Up Helly Aa Jarls Squad ganz aus Shetland - fünfzig Männer in handgefertigten Wikingerkostümen - echt beeindruckend.
Als wir vor sechs Wochen an Bord zogen, sahen wir vor allem Arbeit vor uns. Heute liegt Lagertha reisefertig am Steg. Die To-do-Liste ist abgearbeitet, die Werkzeugkisten verstaut und der Proviant an Bord. Was bleibt, ist die Vorfreude auf das, was vor uns liegt - und die Gewissheit, dass wir einen Ort verlassen, der sich längst wie Zuhause anfühlt.
Peel ist ein magischer Ort. Das Schloss, der Hügel, die Sonnenuntergänge, die Gemeinschaft - so viele Momente in diesen Wochen, in denen wir dachten, es könnte keinen besseren Ort zum Leben geben.
Doch nun heißt es Abschied nehmen von der kleinen Insel in der Irischen See - zumindest für eine Weile. Die Leinen werden losgeworfen, das nächste Kapitel beginnt. Eines ist sicher: Wir kommen zurück.

Noch mehr Isle of Man?
Falls euch unsere Geschichten von der Insel gefallen, schaut euch unbedingt die Jugendbuchreihe Die Jungs vom Leuchtturm von Pippa McKenzie an. Die Abenteuer der vier Brüder spielen auf der Isle of Man und fangen vieles von dem ein, was wir an diesem besonderen Fleckchen Erde so lieben. Die Autorin lebt selbst auf der Insel und hat zahlreiche Eindrücke ihrer Wahlheimat in die Bücher einfließen lassen.
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